Wie der kleinen Altenburger Firma MCS der Markteintritt gelingt
 
Altenburg. Die Altenburger MCS Medium Control Systeme steigt in das Exportgeschäft in die Vereinigten Arabischen Emirate ein. Als erstes Projekt wird das Unternehmen ein Labor mit Kontrolltechnik bestücken − weitere Großaufträge stehen in Aussicht.


Der erfolgreiche Sprung an den persischen Golf belegt, dass nicht nur Großunternehmen im Ausland Fuß fassen können. MCS beschäftigt gerade neun Mitarbeiter, genießt aber einen exzellenten Ruf in der Branche. Deutschlandweit betreut das Unternehmen 1400 Kunden, in deren Gebäuden die Sicherheitstechnik aus Altenburg arbeitet. MCS hat sich auf Gassensoren spezialisiert. Die analysieren beispielsweise in Tiefgaragen, ob die Luft von gefährlichen Abgasen durchsetzt ist. Werden die Grenzwerte überschritten, läuft die Meldung zur Haustechnik, die wiederum Alarm für die Nutzer auslösen kann.
 
Waren es nach der Gründung im Jahr 1994 vor allem die Parkgaragen, haben die Altenburger ihre Produktpalette weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik von Erdgas. Sensoren hängen zum Beispiel in  Heizhäusern, um einen ungewollten Austritt zu melden. Mit anderen Geräten richtet sich MCS direkt an Institute, die mit Gasen arbeiten. Die Sensoren erkennen, wenn der Gasvorrat aufgebraucht ist und schalten automatisch auf die nächste Flasche um.
 
Als Referenz  zählt Sören Franke unter anderem den Beutenberg-Campus in Jena auf, wo in verschiedenen Instituten die Altenburger Anlagen arbeiten. Erste zaghafte Versuche hatte MCS bereits unternommen, auch im Ausland Fuß zu fassen. In Schweden, Polen oder Österreich gab es Projekte. Ein Chemnitzer Beratungsunternehmen vermittelte nun den Kontakt in die Vereinigten Arabischen Emirate. „Nach über 16 Jahren Entwicklung und Vertrieb in Deutschland und in Europa ist es nun an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen“, sagt Geschäftsführer Renee Hagenest. Sicher auch, weil der Konkurrenzdruck im Inland wächst.
 
Mit drei Terminen im Gepäck flog die MCS-Delegation nach Dubai. Dort angekommen, hatte der Partner vor Ort schon Gespräche mit fünf weiteren Interessenten vereinbart. „Ohne lokalen Ansprechpartner wäre der Markteinstieg extrem schwierig“, sagt Franke. Mit jener Aras Medical Device & Equipments schloss MCS einen Wirtschaftsvertrag über die Lieferung von Sicherheitstechnik. Der erste Auftrag war, ein Labor in einem Militärobjekt mit Sensoren auszustatten. „Wir bekamen eine Zeichnung vom Gebäude, konzipierten daraufhin die Anlage“, erläutert Franke. Nach dem Einbau schulen die Altenburger vor Ort die Techniker.
 
Weitere Projekte stehen vor dem Abschluss. Diplomatisches Geschick sei vonnöten, damit der Export in die Region keine Eintagsfliege bleibt, sagt Franke. Das Siegel „Made in Germany“ besitze dort einen guten Ruf. Damit die Produkte diesem Anspruch voll gerecht werden, entwickelte MCS eigens Lösungen, die auch bei Temperaturen über 50 Grad Celsius stabil arbeiten. Grundvoraussetzung war aber, die internen Abläufe im Unternehmen und das Marketing zu optimieren. Beides gelang mit dem Jenaer Ingenieurbüro Heuer, sagt Franke, der auf zahlreiche Aufträge hofft.
 
Die Ausstattung mit solcher Sicherheitstechnik ist zwar noch kein Standard in den Vereinigten Arabischen Emiraten − aber Sicherheit zieht auch dort.