Altenburg. Seit mehr als 14 Jahren arbeitet das Altenburger Unternehmen Medium Control Systeme (MCS) Franke & Hagenest GmbH mit derzeit neun Mitarbeitern in der Borngasse an Gaswarnanlagen. Erdgas-, Kohlenmonoxid-, Kältemittel- und Sauerstoffkonzentrationen werden mit den Anlagen überwacht. Explosive oder giftige Austritte in die Luft sollen so vermieden werden. Als das Unternehmen im vergangenen Jahr Geschäfte mit der arabischen Halbinsel tätigte, hatte man „den richtigen Riecher.“

 

 

 

Für die Firma in Zschernitzsch darf diese Aussage im sprichwörtlichen Sinne gelten. Die elektronischen Spürnasen sind wahrhafte Multitalente. „Je nach Einsatzgebiet prüfen unsere Anlagen auf Kohlenmonoxid, zum Beispiel in Parkhäusern, auf Erdgas in Apartments und Wohnhäusern, auf Kältemittel in großen Kühlhäusern oder auch auf Spezialgase in Laboreinrichtungen, je nachdem, worauf wir sie programmieren“, erklärt Sören Franke. Aber auch bei Flaschenlagern oder Blockheizkraftwerken werden die Maschinen eingesetzt. Diese Flexibilität sei zugleich auch das Erfolgsrezept des Unternehmens, nicht zuletzt aber stehen die Produkte für Sicherheit und können Leben retten.
 
In zahlreichen öffentlichen Gebäuden, Schulen, städtischen Parkhäusern oder Tunneln, aber auch in Labors der Uni Gießen, des Max-Planck-Instituts Berlin oder des Friedrich-Löffler-Instituts in Jena kommen die MCS-Anlagen mittlerweile zum Einsatz.
 
Im vergangenen Jahr war ein Wachstum von 16 Prozent zu verzeichnen. Das habe nichts mit dem Aufschwung zu tun, so Sören Franke. „Unsere Branche ist weitgehend krisenimmun. Wenn es dem Baugewerbe schlecht geht, bewegen wir uns eben einfach auf anderen Märkten.“ Und die können unter Umständen auch weit entfernt liegen, im jüngsten Fall gar in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Wir sind Anfang letzten Jahres über einen Wirtschaftsförderverein mit einer Gebäudebaufirma dort in Kontakt gekommen. Wir haben bereits innerhalb der EU exportiert, aber das ist Neuland für uns.“ Der Markt in Dubai und Abu Dhabi wächst, und das bekanntlich meist in Superlativen. Riesige Gebäude vereinen Einkaufszentren im Erdgeschoss, darüber Hotelanlagen und in den obersten Stockwerken Luxus-Penthouses und Apartments, berichtet Herr Franke. „Der Sicherheitsaspekt steht bei all dem aber noch nicht so sehr im Vordergrund. Und da kommen wir ins Spiel. Wir führen dort vor Ort Schulungen durch und stellen unsere Geräte vor, und die zuständigen Partner sind für den Vertrieb verantwortlich.“
 
Die kolossale Größe der Gebäude zwang das Unternehmen zur Innovation. Man entwickelte kurzerhand eine Alles-in-Eins-Kompaktanlage, weil Großgebäude mit 600 bis 700 Apartments zentral gesteuerte Anlagen überfordern.
 
Die langjährige Erfolgsgeschichte erfülle vor allem einen Mann mit Stolz: Peter Franke, der Seniorchef.

Der 66-Jährige war die treibende Kraft hinter dem Expansionsprojekt und verabschiedete sich am 1. Januar in den wohlverdienten Ruhestand.

Sebastian Münster